Hinter der chinesischen (Grenz-)Mauer

... erwarteten mich zuerst viel Lärm, Staub und Müll. Der Grenzübergang wird hauptsächlich für den Warenverkehr nach Kirgisien und Tadschikistan genutzt. Entsprechend warteten viele LKWs auf die Grenzabfertigung in der Siedlung, in der alles dahingehend ausgerichtet war.
Die chinesische Grenzkontrolle war äußerst militärisch diszipliniert. Ein fahnenschwingender Soldat regelte den LKW-Verkehr. Eine Gruppe Soldaten bewaffnet mit Spiegeln und Eisenstäben marschierte an mir vorbei.
Im Gebäude für die Passkontrolle war die Atmosphäre insgesamt sehr ruhig. Man wurde zu den einzelnen Stellen geführt: Erstellen der Immigrationskarte, Passregistrierung, Passkontrolle, Taschenkontrolle. Bei der Passkontrolle durfte ich über eine Taste den Mitarbeiter bewerten. Ich gab ihm "vollste Zufriedenheit". Mein Netbook wurde zusätzlich kontrolliert. Der Beamte schien genau zu wissen, wo er trotz deutscher Sprache zu suchen und zu klicken hatte.

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Kashgar - zwischen (Han-)chinesischer Moderne und uigurischer Tradition

Kashgar ist die westlichste Stadt Chinas am Kreuzungspunkt der nördlichen und südlichen Seidenstraße und bis Heute eine große Handelsmetropole.  
Die Stadt befindet sich zur Zeit in einem gigantischen Umbau. Überall Baustellen. Die Altstadt, die nur von den Uiguren bewohnt wird, wird regelrecht platt gemacht, und neue Viertel mit Hochhäuser, Wohnblocks und Einkaufszentren werden gebaut. So verschwindet die traditionelle Kultur: die zahlreichen, kleinen Moscheen, die früheren Architektur sowie das orientalische-zentralasiatische Leben mit den vielen Garküchen, meist gibt es Kebab, und den vielen kleinen Läden mit Handwerkskunst.

Daneben existieren Hochhäuser und große Einkaufsmeilen mit modernen und zum Teil luxuriösen Geschäften. In diesem Viertel halten sich überwiegend (Han-)Chinesen auf. Dort findet man auch Garküchen nach typisch chinesischer Art.

Hauptattraktion in Kashgar ist der sonntägliche Viehmarkt am nördlichen Stadtrand, wo die uigurischen Bauern aus dem Umland zusammen kommen, um ihr Vieh zu verkaufen. Dabei kann man beim traditionellen Handeln zuschauen (siehe Video im Bericht).

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Auf der südlichen Seidenstraße entlang der Taklamakan Wüste

Aus Kashgar ging es hinaus auf die südliche Seidenstraße an den Rand der gefürchteten Taklamakan Wüste, eine megagroße Sandwüste mit häufigen Sandstürmen.

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Planänderung - weiter über die nördliche Route

Von der südlichen Seidenstraße bin ich inzwischen auf der nördlichen angekommen.
Darmprobleme zwangen mich zu einer Planänderung. Anstatt wie geplant die Strecke südlich der Taklamakan Wüste nach Golmud zu nehmen, fuhr ich mit dem Bus nach Norden nach Korla. Vor allem wegen der schlechten Versorgungslage in Qiemo. Jetzt sitzt mir die Zeit im Nacken, denn ich muss bald mein Visum verlängern, das auch nicht überall und problemlos geht.
Von Korla radelte ich über das Qoltag Gebirge nach Turpan, um von dort mit dem Zug, meinem nächsten Abenteuer, nach Jiayuguan an das westliche Ende der großen, chinesischen Mauer zu reisen. Dort besteht die Möglichkeit, mein Visum zu verlängern.

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An der großen, chinesischen Mauer

Von der Provinz Xingjang kam ich am frühen Morgen mit dem Zug, für mich überhaupt die schlimmste Fahrt bisher, in Jiayuguan an. Dort blieb ich einige Tage und erkundigte die Stadt, in der es neben der chinesischen Mauer andere, interessante Objekte zu sehen gab.

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Der erste Wintereinbruch

So langsam sickerte mehr und mehr kalte und feuchtere Luft aus dem Norden ein. Der Winter steht vor der Tür.
Trüb war es, die Berge waren nicht zu erkennen, die kalte Luft biss ins Gesicht. Ich saugte die wenigen Sonnenstrahlen auf, die durch die Wolkendecke drangen, um ein wenig Wärme zu erhaschen. Ich verbrauchte viel Energie, die ich zwischendurch mit Erdnüssen, Snickers oder sehr leckerem, mit Lauch und Zwiebeln gefülltem, rundem, schneckenartigen Gebäck auftankte.
Von Jiayuguan fuhr ich wie im Labyrinth durch eine Großbaustelle nach Jiuquan, dann weiter nach Osten, bis ich nach 100km nach Süden in ein langes, schmales Tal abbog, wo ich die Route der nördlichen Seidenstraße verließ.

Am Abend hatte ich große Mühe, meinen Kocher zum Laufen zu bringen. Mehrmals goss ich etwas Benzin über den Kocher, um ihn neu vorzuheizen. Lag es an der Höhe, ich befand mich auf über 2.000m, war das Benzin zu schlecht oder war es zu kalt? Auf Sparflamme schaffte ich es nicht, die Kartoffeln und den Brokkoli ganz gar zu kochen. So gab es eben etwas Rohkost.
Nachts im Zelt hatte ich schon ein leichtes Rieseln gehört. Am Morgen blickte ich dann auf weiß angehauchte Berge, in denen dichte Wolken tief reinhingen. Ich befürchtete an diesem Tag eine nasse und sehr kalte Etappe. Ein paar Flocken rieselten noch herab, doch am Mittag rissen die Wolken etwas auseinander.

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Sprache
dezh-CNnlenfritrues