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Die Hochlanddurchquerung "Sprengisandur"

 Distanz:92,12 km 
 Durchschnitt:13,45 km/h 
 Fahrzeit:7:00:32 h 
 Wetter:trocken, kühl, bewölkt, stark windig (Rückenwind)
 Profil:Schotterpiste, wenig Wellblech, einige Sandpassagen, ansonsten gute festgefahrene Strecke, wellig 

Ich schlief lange und erst gegen Mittag packte ich meine Sachen. Der Gletscherfluss war nicht mehr so stark, das Furten machte keine Probleme. Das Wasser war sehr kalt, eine schöne Erfrischung. Es zogen Wolken auf und der Südwind wurde stärker. Das Wetter schien sich umzuschlagen. Nach dem Campingplatz Nýidalur musste ich durch zwei größere Gletscherflüsse. Die Strömung war sehr stark und bis knietief ging ich durch das trübe Wasser. Ich musste zweimal rüber, zuerst das Gepäck, da meine Vorderradtaschen nicht wasserdicht sind, dann den Rest mit dem Rad. Beim ersten Fluss brauchte ich zwei Anläufe, um den sicheren Weg zu finden. Es zog mir regelrecht die Füße weg, so stark strömte das Wasser an mir vorbei. Einige Autos und eine kleine Gruppe Motorradfahrer kamen an dieser Stelle an mir vorbei. Auf meiner Fahrt durch die Wüste waren selten Autos oder Busse an mir vorbeigefahren. Die Sprengisandur ist eine einsame Gegend. Ich fuhr weiter, die Piste wurde etwas besser. Es ging immer rauf und runter und man konnte weit über die Landschaft schauen. Wüste, grauer Schotter, Berge und immer in Sichtweite die Gletscher Hofsjökull und Vatnajökull. In der Ferne sah man auf den Vulkan Askia mit seinem Lavafeld Ódaðahraun. Vorbei am See Fjórðungsvatn verließ ich nun langsam die Sprengisandur und ein Tal öffnete sich vor mir. Eine Oase mitten in der Wüste. An den Hängen waren noch letzte Schneereste, dessen Schmelzwasser sich in einem Graben sammelte, und rundherum wuchs etwas Gras und Moos. In diesem Abschnitt war die Piste besonders gut. Da es noch leicht bergab ging, kam ich flott voran. Der Weg führte mich aus dem Tal heraus auf eine Anhöhe. Es wurde immer bewölkter und kälter, die Sonne war kaum zu sehen. Ich wollte nur noch aus der Wildnis raus, da ich befürchtete, das unberechenbare, schlechte Wetter in der Wüste zu erwischen. Außerdem ging mein Proviant zur Neige. Ich musste über den Berg Tungufell und fuhr durch die Wolken, die sich am Berg stauten. Noch regnete es nicht, aber das Wetter wurde schlechter. Es war schon weit nach Mitternacht, bis ich vorbei am See Íshólsvatn eine Stelle am Straßenrand fand, wo ich mein Zelt aufbauen konnte.