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Zurück nach Keflavik im Kampf gegen den Sturm ...

 Distanz:134,04 km 
 Durchschnitt:16,11 km/h 
 Fahrzeit:8:23:35 h 
 Wetter:bedeckt, kühl, zeitweise starker Sprühregen, sehr windig bis stürmisch, nur Gegenwind
 Profil:fast nur Asphalt, wellig

Es hatte die ganze Nacht noch weitergeregnet. Das Zelt hielt dicht. Es war der letzte Tag meiner Tour, also musste ich unbedingt wieder zurück nach Keflavik. Ich fuhr schon sehr früh los. Die Wolken hingen tief, es war trüb und es regnete zunächst nicht, aber es war sehr windig und kalt. Ich fuhr die Strecke von Sonntag bis zum See Þingvallavatn zurück, dann über eine Nebenstraße entlang des Sees. Das Gebiet um Þingvellir im Norden des Sees steht unter Naturschutz und ist von historischer Bedeutung von Island. Sie wird auch als "Ebene der Volksversammlung" genannt, da hier der Ursprung Island entstand und die nationalen Versammlungen abgehalten wurden. Ich überquerte diesen besonderen Graben, denn hier trennt sich außerdem die europäische von der amerikanischen Kontinentalplatte. Sie driften von Jahr zu Jahr weiter auseinander. Das sieht man besonders in der Allmännerschlucht. Viele Touristen waren dort. Ich fuhr wieder auf die Hauptstraße, und das Wetter wurde wieder schlechter. Starker Gegenwind, der feine Regen wurde unterwegs immer stärker und durch die tiefhängenden Wolken war die Sicht eingeschränkt. Ein Autofahrer wollte mich sogar mitnehmen, aber ich fühlte mich gut und kämpfte mich durchnässt in Richtung Reykjavík. Vorbei an Mosfellsbær nahm der Verkehr immer mehr zu, und die Straße ging in eine Stadtautobahn über. Mit den Autofahrern hatte ich keine Probleme. Große Wohngebiete und Zufahrtsstraßen umgeben die Hauptstadt Islands. Besonders schön sind diese Satellittenstädte nicht anzusehen. Über die Küstenstraße gelangte ich schließlich in das Stadtzentrum und mit ein bißchen Glück erreichte ich die Hauptgeschäftsstraße. Mittlerweile regnete es nicht mehr, und es war auch etwas wärmer als in der Hochebene zuvor. In einer öffentlichen Toilette konnte ich mich umziehen und frische Klamotten anziehen. Ich fuhr ein wenig durchs Stadtzentrum und wollte das Wahrzeichen der Stadt, die Hallgrimskirche anschauen. Leider war von der Kirche nicht viel zu sehen. Sie war eingerüstet, und wie überall in der Stadt wurde gebaut. Reyjkavík ist keine schöne Stadt. Ich fuhr weiter, raus über die Stadtautobahn. Eine andere Möglichkeit gab es nicht. Vorbei an Hafnarfjördur ging es durch Lavafelder weiter westwärts, immer noch weiter gegen den starken Wind. Hin und wieder blinzelte die Sonne durch die Wolkendecke. An der Küste vorbei bei Kálfatjörn flogen viele Seevögel umher. Noch ein Stück über die viel befahrene Hauptstraße und schon bald erreichte ich Keflavík. Völlig abgekämpft kam ich an meinem Ausgangspunkt, dem Gästehaus, an, wo ich schon erwartet wurde. Rund 1.500 km bin ich auf Island geradelt. Die Sommertour Island 2008 war nun zu Ende.